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mXion Drive M 2.0 - Anfängerprobleme bei der Digitalisierung einer LGB Lok

 Was zu Beginn einfach klang und einfach dargestellt wurde, brachte doch recht viel Verduss und kostete Zeit. Auch wenn ich prinzipiell verstanden habe, wie ein Decoder zu verbauen ist - einschließlich der baulichen Veränderungen an der Lok - und wie er prinzipiell zu programmieren ist, so sind es die Details, die etliche Zeit, E-Mails, Foreneinträge und Grübeleien erforderten.

Im Prinzip war der Decoder schnell verbaut, die LEDs verkabelt, die Sonderfunktionen wie die beiden Entkuppler angeschlossen, aber dann traten ein paar unschöne Effekte auf.

Gleiche LEDs aber nicht gleich hell

Der erste Einschnitt war die unterschiedliche Leuchtstärke der Innenbeleuchtung bei Vorwärts- und Rückwärtsfahrten. Nach einer E-Mail an Herrn Dege (Homepage mXion) war das Problem vermutlich eine unterschiedlich hoch eingestellte Spannung für die vordere und die hintere Lampe. Das lässt sich noch einfach regeln.

Licht eingeschaltet, Licht leuchtet.... nicht mehr

Nicht mehr regeln ließ sich der Totalausfall der vorderen LED, vermutlich war die Spannung zu hoch, aber da alle LEDs gleicher Bauart waren und zuvor die Innenbleuchtung bei Rückwärtsfahrt stärker leuchtete und dies - so mXion - Auswirkung auf die Innebeleuchtung hat, warum brannte dann die vordere LED durch? Man weiß es nicht und das Thema hat sich auch erledigt, da die grellen LEDs den Originalbirnchen der LOK wieder weichen mussten. Das warme Licht einer echten "Birne" ersetzt nichts!!!

Rückwärts immer, vorwärts... immer nur wenn ich es einstelle

Jedes Mal, wenn ich die MS2 einschaltete und mit der Lok fahren wollte, musste ich zuerst die Fahrtrichtung durch Druck auf den roten Knopf ändern. Kein Beinbruch, aber trotzdem lästig und wenn sich dies ändern ließe... ach, das wäre schön.

1 CV-Wert - 5 Parameter

Früher hätte ich die Polung am Motor geändert, aber - um es kurz zu machen - das ist digital hinfällig. Es muss doch machbar sein. Meine Nachfragen in Foren wurden belächelt, aber vorallem nicht beantwortet. Es war eine gut gestellte Frage an die KI, die über Umwege die Lösung brachte. In der Gebrauchsanweisung der mXion Drive M 2.0 heißt es zum Thema Fahrtrichtung... also nicht in Worten, sondern nur über die angehängte Tabelle:


Ich wollte über den CV-Wert 29 die "Normale Richtung" (Wert 0) invertieren also einschalten. Dazu hätte ich den Wert "1" eingeben müssen. Das verstand ich noch, aber warum kann ich unter einem CV-Wert plötzlich 5 Parameter einstellen? Das Geheimnis heißt Addition! Also, ich will die Fahrtrichtung invertieren (ich setze "1"), ich will die hohe Anzahl an Fahrstufen und setze "2", dann wäre die "1" aber überschrieben. Richtig... ich addiere "1" und "2", also erhalte ich "3" und gebe diesen Wert ein. Ich will zudem "Digital + Analogbetrieb" (Wert "4") und addiere dies zu der "3", somit "7". Ich gebe also die "7" ein und siehe da, die Lok hat viel mehr Fahrstufen, sie fährt nun von Beginn an in die richtige Richtung und es stimmt auch die Anzeige bei der MS2 und ich kann die Lok analog fahren. Da muss man erst einmal drauf kommen.

Fast... noch nicht ganz

Begeistert setze ich die Lok in Gang und ... Okay, die Lok fährt nun in die richtige Richtung, aber das Licht verhält sich nun so, wie es sich die ganze Zeit verhalten hat, also jetzt falsch herum: Lok fährt vorwärts, Licht schein hinten und umgekehrt.

Auch kein Problem, denn die Tabelle sagt:

CV 52 steht auf "1", CV 57 steht auf "2", Anhang 3 besagt, dass "1" für "Nur bei Vorwärtsfahrt " und "2" für "Nur bei Rückwärtsfahrt" gilt. Also einfach bei den beiden CV-Werten die Zahlen getauscht. Das war's. 
Da muss man erst einmal draufkommen! (Natürlich alles ohne Gewähr)


LGB Stainz No. 2011 digitalisiert - Tams ld-g-34 plus - CV-Programmierung

 Seit meiner Kindheit habe ich LGB-Lokomotiven, aber wie das so ist, irgendwann wird das Hobby zu aufwendig, die Anlagen zu groß für die Mietwohnungen... das Ganze liegt also jahrelang gut verstaut im Keller verpackt.

Dann stellt man zu Pandemiezeiten den Weihnachtsbaum schon sehr früh im Dezember auf, man hat ja sonst keine Freuden und da keimt der Gedanke, dass ein beleuchteter Zug unterm Weihnachtsbaum schon toll wäre. Am besten natürlich, wenn die Wagons und die Lok bei langsamer Fahrt schön leuchten. Genau da lag das Problem: Gemütliche Fahrt -  kaum Licht; viel Licht - Der Zug kracht durch die Landschaft oder vielmehr um den Weihnachtsbaum.


Digitalisieren - Langsame Fahrt, gleichbleibend helles Licht

Da ich bereits eine Märklin MS2 besitze, habe ich mit dieser auch die LGB steuern wollen. Dies ist aber aufgrund der Amperelast und der Anzahl der vielen Verbraucher nicht ganz so einfach, wie eine kleine H0 Weihnachtsanlage. Aber es soll ja auch nur eine Lok sein.

Schnell im Internet gesucht und einfach - irgendwo im Forum zuvor gefunden - einen Tams ld-g-34 plus bestellt. Die Lieferung erfolgte über den E-Bay-Shop von Modellbahn Schäfer Köln und verlief problemlos.

Einbau - bloß nichts verändern 


Dann ging es ans einbauen. Da ich Purist und Nietenzähler bin, wollte ich die Lok so wenig wie möglich verbauen. Nur minimale Eingriffe und alles reversibel. So wurde der Motor zerlegt und von innen mit angepassten Plastikscheiben isoliert. Die Kabel wurden nur durch zwei kleine 1 mm Bohrungen in den Kessel gelegt, die Kabel in ihrer Länge erhalten oder durch einfaches Verlöten verlängert, die Diode für die richtungsabhängige Beleuchtung mit Steckern versehen und somit für den Rückbau erhalten. Die Tams-Platine anschließend an die Stecker der Kabel - sie enden alle im Staukasten rechts - angeschlossen.




Auf die Gleise setzen und mit der MS2 finden und nutzen... Problem!

Dann der große Moment - hier alles sehr verkürzt, denn der Zusammenbau der Lokomotive gestaltete sich durch die Plastikbauweise ausgesprochen starsinnig - als die Lok auf die Gleise gesetzt wurde. Sie fährt, das Licht lässt sich ein- und ausschalten, der Zug leuchtet... langsames Anfahren... schneller werden.... was ist das? Sie vibriert, ruckelt.... Aber nur bei halber Geschwindigkeit... darunter und darüber ist alles in Ordnung. Beruhigender Selbstbetrug: "Ich will sie ja eh nur langsam fahren lassen... ich kann ja alles zurückbauen... war ja eh nur als Gag gedacht..." Eine Nacht drüber geschlafen und entschieden, dass das lösbar sein muss!

CV-Programmierung für Laien

Also im Internet gestöbert: "Was es nicht alles gibt!"... "Was man nicht alles kann"... Tausend Einstellungsmöglichkeiten mit der MS2 möglich aber alles böhmische Dörfer für mich. Also erst einmal die einschlägigen Foren... erste Ideen, was die CV alles zu bedeuten haben, dann die Hilfeseite der Firma Tams. Da das richtige gefunden und siehe da:

"Wenn die Lok ruckelt:
Erhöhen Sie den Wert für CV#52 (KD) in 5-er Schritten. Führt dieses nicht zu einer Verbesserung der Fahreigenschaften, setzen Sie den Wert von CV#52 auf die Werkseinstellung (Defaultwert) zurück. Verringern Sie dann die Werte für CV#50 (KP) in 5-er Schritten und für CV#51 (KI) in 2-er Schritten. Wenn die Lok zu wenig Kraft hat und z. B. bei Bergfahrt sehr langsam wird, erhöhen Sie den Wert für CV#51 (KI) in 2-er Schritten, bis die Lok anfängt zu ruckeln. Erhöhen Sie dann den Wert für CV#52 (KD) in 5-er Schritten. Wenn diese Vorgehensweise nicht zum Erfolg führt oder die Lok sofort nach Erhöhung von CV#51 anfängt zu ruckeln, setzen Sie die Werte für CV#51 und CV#52 zurück und erhöhen Sie den Wert für CV#50 (KP) in 5-er Schritten."

Die ersten Maßnahmen im Bereich  CV#52 (KD) waren ernüchternd, es wurde alles schlimmer. Also nur den CV#50 (KP) verringert... auf 11. Das war's. Also bis jetzt. Sie läuft auf meinem Weihnachtsbaumumfahrungskreis perfekt. Dies mag mit mehr Waggons und auf Bergstrecken anders sein, aber das lösen wir dann nächstes Weihnachten!