Footy Brando - Flavio Falocis zweiter Streich

Motivation

Flavio Falocis Footy namens Brando ist mein zweites Boot dieser Klasse und nachdem ich
seine erste Konstruktion bauen durfte, konnte ich der Versuchung, auch dieses Boot bald als Eigner zu Wasser lassen zu dürfen, nicht widerstehen. Seine Modelle sind einfach gut geplant und weitaus attraktiver als die meisten Footy-Konstruktionen, die ich bisher im Internet zu sehen bekommen habe.

Flavio Faloci's footy "Brando" is my second footy and after having built his first footy "Presto", I could not resist building this one as well. His boats are not only well-planned models but they also look classic and are more attractive than most other footies that I have found on the internet so far.

Das Buch / The book

Faloci, Flavio (2009): Brando, A Catboat Footy, The Woodenboat Store. Das Buch beinhaltet neben einer ausführlichen, bebilderten Anleitung auch alle Skizzen zum Bau des Bootes, des Ständers und einer Transportbox. Insbesondere die letzten beiden Bauschritte fehlten beim Footy Presto. Die Materialliste ist übersichtlich gestaltet, allerdings muss der Bastler selber noch die Menge der benötigten Materialien selber noch ermitteln. Die Skizzen müssen auf die richtige Größe kopiert werden, dazu muss das amerikanische "Tabloid"-Format auf DIN A3 gedruckt werden. Hier werde ich meinem Druckauftrag dahingehend anpassen, dass die in den Plänen dargestellte Gesamtansicht des Rumpfes die Länge von 30,5 cm nicht überschreitet.

Faloci, Flavio (2009): Brando, A Catboat Footy, The Woodenboat Store. The book contains a step-by-step guide with colour photos and plans that must either be enlarged when photocopying or when printing them. They are available in American tabloid-format and must be printed in DIN A3. Faloci has once again created a wonderful book that also contains the sketches for a stand and a transport box. The materials list is well-structured but only shows the sort of materials that are required not the amount. Nevertheless, opening this book makes you want more... namely build it!

Auf geht's / Let's go

Bevor man nun mit dem Bau beginnen kann, müssen die Skizzen ausgedruckt bzw. fotokopiert werden. Im Falle der Presto, bei der die Pläne als gedruckte Version (Buch) vorlagen, musste ich den Fotokopierer auf eine Vergrößerung von 160% einstellen. Bei der Brando habe ich die Pläne im PDF.Format vorliegen und hier muss ich dem Drucker ein paar Anweisungen geben, wie er aus dem American Tabloid einen Ausdruck macht, der die Pläne in der richtigen Größe wiedergeben, obwohl diese gar nicht auf ein A3-Papier passen.
Zuerst öffnet man das PDF-Dokument, geht auf die "Drucker"-Schaltfläche, wählt den richtigen Drucker aus, gibt 103% ein und wählt das richtige Papierformat "DIN A3" Und los geht's.... (natürlich alles ohne Gewähr...)


Before you can start building the Brando, you have to either photocopy the printed sketches taken from the book or to print them yourself. In case of photocopying this can be done by enlarging the plans. In case of the Presto I had to enlarge the copies at a rate of 160%. For the Brando I have the digital version, which means that I have to print the pdf-files. In this case one has to adjust the printer's setting to ensure that the plans have the right size. In the following three screenshots I will show how this can be achieved. Actually only a few clicks and drop down menues seperate us from success. First open the pdf-file and press the print button. Then choose a printer that can print DIN A3 / American tabloid and enlarge the copy to 103%. Then choose the right paper size. That's it... Off you go! (This information is supplied without liability)



Langsam aber sicher / slowly but steadily

Zur Zeit fehlt einfach die Zeit und zur meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch nicht einmal die Materialien bestellt habe. Aber wenn es die Zeit erlaubt, dann bereite ich Sachen vor oder baue aus vorhandenen Resten der Presto die ersten Teile der Brando.
In dieser Woche habe ich die Schablonen für die wichtigsten Teile des Rumpfes ausgeschnitten und auf Karton geklebt. Zudem Teile des Mastes erstellt.


At the moment I haven't got enough time to work on the Brando and what is even worse is the fact that haven't ordered the necessary materials to start the project yet. Nevertheless, if I have a few minutes to spare, I prepare necessary things, like cutting out the templates for the hull and building parts of the mast from leftovers of the Presto.

Bestellt! / Ordered!

Gestern habe ich einfach "Nägel mit Köpfen" gemacht und wieder bei Fly-Scale die notwendigen Materialien bestellt. Vorsichtshalber ein bisschen mehr, denn ich gedenke dieses Boot für ein Jugendprojekt zu nutzen. Insgesamt beliefen sich die Kosten inklusive Versand (immerhin 6,90 €) auf rund 20 Euro. Viele der Materialien, die man zur Vollendung braucht, habe ich sowieso im Bastelkeller. Ich freue mich ja so.....

Yesterday I ordered the necessary materials at my favourite shop - fly-scale - and bought slightly more material than needed because I would like to start a youth project. The total costs amounted to ca. 20 € including p&p (6,90 €). Most of the materials that I didn't order yesterday are part of my little personal stock anyway ... I'm quite sure that every model builder knows what I mean. Oh, I'm really looking forward to...


Geliefert / Delivered

Wieder einmal muss ich mich von der Zuverlässigkeit bei flyscale begeistert zeigen. Die Ware traf perfekt verpackt ein und war von der erwarteten Qualität. Jetzt steht dem Bau nichts mehr im Weg


Once again flyscale turned out to be a perfect choice for the materials needed for such a project. Perfectly wrapped and of superb quality, everything arrived safe and sound. I won't find any excuses now to delay an immediate start of the project.


Erster Tag / First day

Heute wurde der Rumpf begonnen. Die entsprechenden Holzteile wurden anhand der Schablonen angefertigt, wobei hier alle Formen durch Ausmessen und konstruieren aufgezeichnet wurden. Die Schablonen sind nämlich nicht symmetrisch und würden schräge Formen ergeben. Das Zusammensetzen der Einzelteile und das Verkleben stellte aufgrund der starken Biegung des Rumpfes eine echte Herausforderung dar. Hier mussten etliche Nadeln und Hilfskonstruktionen eingesetzt werden. Arbeitsaufwand ca. 75 Minuten.

Today work on the hull started and the first step was cutting out the parts. I measured the different parts and found out that the templates were / are not symmetrical and using them could have caused some problems. Glueing the parts together was a real effort. Bending the sides was only possible by using rubber bands and needles and took quite a long time. Time spent on the hull today: 75 minutes.


Flavio Faloci's Footy Brando - building the hull 1 Flavio Faloci's Footy Brando - building the hull 2

Zweiter Tag / Second day

Nachdem die gestrigen Arbeiten getrocknet waren, entfernte ich die Nadeln und Klebebänder und kontrollierte das Ergebnis. Der Rumpf schien leicht verzogen zu sein, allerdings ließ sich dies durch die Materialzugabe leicht durch Schleifen beheben. Heute setzte ich die "Stringer" und die für den Mast benötigten Verstrebungen, den "Inner Stem", den "Keelson", den "Keel Case Trunk" und schliff alles auf Maß. Dann maß ich nach... Ich habe meines Erachtens die Pläne richtig ausgedruckt, die Maße laut Plan eingehalten, aber ich bin jetzt bereits bei 30,3 cm Länge - ohne "Skeg" und "Stempost". Wie und ob ich das ausgleiche, um das Maß einzuhalten, erfrage ich einfach mal beim Erbauer. Vielleicht kann ich das Boot trotzdem in die Footy-Kiste zwängen. Heutiger Zeitaufwand: ca. 150 Minuten

After yesterday's work had dried, I removed the needles and the adhesive tapes and checked the final results. The hull seemed to be slightly twisted but due to the fact that I had added a few milimeters in height, I could sand ist perfectly into shape. Today I added the stringers, the pieces that are required for the mast, the inner steg, the keelson, the keel case trunk and sanded everything in shape. Then I measured the hull.... I have already reached an overall length of 30,3 cm although the skeg and stempost have not been added yet. How and whether I will ever be able to stick to the general footy-class rules, I do not know. Perhaps I will ask the constructor. Perhaps I can still force my footy into the measurement box. Time spent on the project today: ca. 150 minutes


Footy Brando - building log - building the hull - adding stringers, stempost, keelson etc. 1 Footy Brando - building log - building the hull - adding stringers, stempost, keelson etc. 2 Footy Brando - building log - building the hull - adding stringers, stempost, keelson etc. 3

Dritter Tag / Third day

Um den Fehler bezüglich der Länge zu kompensieren, habe ich ein 3mm starkes Balsaholzstück unmittelbar an die Balsaholzleisten des eigentlichen Transoms geklebt und nach dem Trocknen den alten Transom entfernt. Um die freiliegenden Stringer zu verbergen, wurde der neue Transom von Außen mit einer Platte aus 1,5mm Balsaholz verkleidet. Sodann wurde der Boden aufgebracht und der keel case trunk ausgerichtet und verklebt. Benötigte Zeit inklusive der beschriebenen Fehlerkorrektur ca. 90 Minuten.

To correct the hull length, I added a new transom - made of 3mm balsa - glued it directly to the vertical stiffeners and cut off the old. This was quite easy but left the stringers visible. To cover the visible stringers a second layer of 1,5mm balsa was added. I then glued in the keel case trunk and applied the hull bottom. Time needed including the correction about 90 minutes.


Vierter Tag / Fourth day

Heute kamen die Masthalterungen, die Bohrungen , der Mast, das Ruder und das Kielschwert dran. Diese Arbeiten gingen unglaublich zügig voran.Um ein mögliches "Ausleiern" des Mastes zu vermeiden, wurde für die untere Masthalterung (Kiel) Pappelsperrholz eingesetzt, im oberen Bereich wurde eine dünne Lage Birkensperrholz auf das Balsaholz geklebt. Anstelle der Balsaholzführung für den Mast kam ein gebrauchter Filzstift zum Einsatz. Der Mast wurde zweigeteilt erstellt, damit auch dieser mit in die Transportkiste passt.Die Aluminiumhülse erscheint mir ein wenig zu mächtig und schwer, vielleicht kommt hier noch eine dünnwandige Messinghülse zum Einsatz. Heute wurden ca. 120 Minuten für die Arbeiten aufgewendet, wobei dies immer wieder in Teilarbeiten von 10 oder 15 Minuten erfolgte.

Today I worked on the mast, the mast shaft, which is based on a plastic tube taken from a worn-out felt tip, and supports for the mast step and mast partner. Both were made of plywood (poplar and birch) and shall avoid that movements of the mast damage the balsawood construction. The mast was made of two equally long shafts and connected by an aluminium tube that might be replaced with a thinner brass tube to reduce weight. The rudder and the keel were also made. Everything worked out pretty fast and easily. Building this boat is a perfect combination of fun and success at the same time. Time spent on the project: 120 minutes (alsways longer breaks in between)


Fünfter Tag / Fifth day

In kleinen Schritten geht es weiter. Heute wurde - nach vielen Gedankengängen - die Ruderhalterung in Angriff genommen. Diese erfolgt über Haken, die wiederum in Fichtendübeln in das Balsaholz des Rumpfes eingelassen sind und Messingröhrchen, die mit Drahtwinkeln leicht eingelassen in das Ruder gesetzt wurden. So bewegt sich das Ruder möglichst nahe am Rumpf und es besteht eine sehr präzise Verbindung. Aufwand heute ca. 60 Minuten

Although today's work is hardly visible and does not reflect the time spent on thinking about the different solutions for the rudder hinges, this step in the building process is very important for the boat's functioning and endurance. Once again the hooks were glued into dowels and then inserted into the hull. The hinges on the rudder are little brass pipes, soldered to brass wire and then glued into the rudder. The rudder is therefore very close to the hull and works very precisely. Time spent today: 60 minutes.

Flavio Faloci's footy Brando - rudder and rudder hinges Flavio Faloci's footy Brando - rudder and rudder hinges 2

Sechster Tag / Sixth day

Heute kamen wieder Arbeiten an die Reihe, die das geduldige Modellbauergemüt teilweise doch in Rage bringen konnten. Das Aufbringen des Decks stellte noch kein wirkliches Problem dar, da ich zum einen ein wenig von der Bauanleitung abwich, aber die Montage der "Wales" war schon wieder ein Thema für sich. Das Deck fertigte ich aus 1,5 mm Balsaholz und klebte die zugeschnittenen Hälften zusammen, dann schnitt ich die Öffnung für die Plicht aus und fertigte diese an. Nachdem alles fertig verklebt und getrocknet war, musste alles mit einer Vielzahl an Nadeln befestigt werden. Die Öffnung für die Technik wird später eingefügt. Das kostet Zeit und verursacht hässliche Löcher im Balsaholz. Dann kamen die Wales an die Reihe. hier entschied ich mich für die Verwendung von 2 mm Balsaholz anstelle der angeratenen 1,5 mm. Dies schien sinnvoll, da im Falle der Bauplanlösung (1,5 mm und Zierleisten 2 x 2 mm) die maximale Breite für diese Bootsklasse überschritten worden wäre. Das Biegen der Leisten, sowie das Fixieren und das erforderliche Entfernen von Kleberesten, dies auch noch symmetrisch auf beiden Seiten, erforderte viel Zeit und regelmäßige Kontrolle und Korrekturen. Hierbei musste insgesamt fast 2 Stunden investiert werden.

Today I spent over two hours on work that seemed rather simple. Preparing the deck and fixing it to the hull was rather simple, although I did not follow the instructions completely. I fixed the deck without the central opening just to be able to cut out the hole completely symmetrical later on. Glueing the wales to the hull turned out to be problematic because I decided to use 2mm balsa instead of 1,5 mm as told in the instructions. This was done to simply leave out the rubrail that would have caused the hull to become wider than 15,3 cm. The wales had to be kept in place by needles and adhesive tape and had to be corrected several times. This meant looking after the drying process and keeping awake late in the evening... I am getting old!


Siebter Tag / Seventh day

Ein entscheidendes Detail stand heute an. Das Ruder soll abnehmbar sein und auch am Gewässer schnell zusammengebaut werden können. Die Halterung, die im Bauplan gezeigt wurde, hielt ich für zu filigran, vielleicht zu Unrecht, aber ich entschied mich für die hier abgebildete. Das Ruder kann in einem extremen Winkel, welcher durch das Servo nicht angefahren werden kann, eingesetzt werden und wird durch eine Platte am Ruder und einem Haken auf dem Deck gehalten. 75 Minuten

A little but important detail had to be worked on today. How to avoid the rudder to fall off the hull? The solution shown in the plans and instructions seemed to be very fragile and I wanted a solution that could easily be used in cold weather and within seconds. So I used  a hook on deck and a piece of thin plywood to hold down the rudder. The rudder can be attached and removed from the hull by moving it to staboard and lifting it. This position cannot be reached by the servo and therefore is a simple and safe method to be used very quickly. 75 minutes


Flavio Faloci's footy Brando - attaching the rudder picture 1 Flavio Faloci's footy Brando - attaching the rudder picture 2 Flavio Faloci's footy Brando - attaching the rudder picture 3

Achter Tag / Eighth day

Heute wurde die Kabine in Angriff genommen. Der Zuschnitt ging schnell von der Hand, das Anpassen durch vorsichtiges Schleifen dauerte hingegen etwas länger. Die Bullaugen sind 12mm Polystyrolröhrchen und werden später mit durchsichtiger Folie versehen und nach dem Lackieren eingesetzt. 60 Minuten

Today I worked on the cabin. Cutting out the parts was quiet simple, adjusting them to the hull took slightly longer and meant a lot of sanding. The bulleyes are made of 12mm Polystyrol tubes and will be equipped with transparent plastic and glued into the cabin when the hull has been varnished. 60 minutes

Die Kabine der Brando

Neunter Tag / Ninth day

Weiter ging es mit dem Kabinendach. Hier wurde die Details angebracht und alles auf Passgenauigkeit kontrolliert. Leider musste ich feststellen, dass ich in meinem Bauwahn das Kabinendach nicht aus 2 Lagen 1,5mm Balsaholz gefertigt habe, sondern wie bei der Presto auf eine Lage 2mm starkes Material zurückgegriffen habe. Ich hoffe nicht, dass sich dies im Betrieb rächen wird. Zudem wurden auch die "Cleats" eingesetzt.

The cabin, which had already been finished in its basic structure yesterday night, was now detailed with the companionway and all parts were once again checked for tight and secure fitting. Unfortunately my enthusiasm  caused a small - hopefully small - problem. Instead of using two layers of 1,5mm balsa for the roof, I used one layer of 2mm balsa. Just like I did it for the Presto. Well... we'll see.
The cleats were also added.

Footy Brando - the cabin details

Zehnter Tag / Tenth day

Auch wenn ich die Zahl der Bautage einfach weiterzähle, so muss ich gestehen, dass die hier gezeigten Arbeiten aufgrund der Feiertage und der Arbeitsbelastung zu Jahresbeginn, über mehrere Tage - meist immer für wenige Minuten - entstanden sind. Die Bleibombe wurde in Balsaholz gefertigt, ein Gipsabdruck gegossen und die Form mit Blei gefüllt. Das Ganze zweimal. Das Brettchen für die Technik angefertigt, die Halterungen in den Rumpf geklebt. Das Segel schon einmal anhand einer zuvor gefertigten Schablone ausgeschnitten und der Kiel bzw. das Boot mit der Halterung aus einer Fahrradspeiche, Speichenmutter und einer Messinghülse ausgestattet. Diese Halterung dient sowohl zur Sicherung des Kieles als auch zur Sicherung der Holzplatte für die Technik. ca 7 - 8 Stunden

Although I call it the tenth day of construction, I have to admit that the items presented in the photo below actually show the work of several days - very often the work of a few minutes per day, this was caused by the holiday season and a lot of work at the beginning of this year.
I created two ballast bulbs (halves), after I had shaped a balsa bulb and had made a plaster moulding. I cut out the servo mounting plate and attached blocks of wood to the bulkheads to keep the plate in place. A sail was cut out and the most important thing: The keel mounting screw. This is based on an old bycicle spoke glued into the keel, which will be moved through keel trunk spacer which received a brass tube. This will not only keep the keel in place but also the servo mounting plate. 7 - 8 hours


Elfter Tag / Eleventh day

Wie bereits am zehnten Tag erwähnt, ging es in den letzten Wochen immer nur in kleinen Schritten voran. Manche Arbeitsschritte dauern Tage, wenn es zum Beispiel um das Lackieren geht. Hier wird vielleicht eine Zeit von 15 Minuten investiert, dann aber muss das Boot und die bearbeiteten Komponenten einen Tag trocknen.
Auch die vielen kleine Dinge kosten Zeit. Löcher bohren, Bügel biegen, Segel befestigen, die Komponenten der Fernsteuerung befestigen, gangbar machen usw., usw., usw.
Da ich mit dem ersten Kiel nicht zufrieden war, hier begann das Holz sich zu verdrehen, fertigte ich einen neuen Kiel an. Auch dies kostete Zeit.
Der wohl schwerwiegendste Arbeitsschritt war die Einsicht, dass meine Ruderkonstruktion gut gemeint war, jedoch in keiner Weise alltagstauglich gewesen wäre. Somit folgte ich einer Lösung, die in einem Forum, in dem Flavio Faloci seine neuen Konstruktionen preisgab, zu finden war. Wiederum zwei Abende zusätzliche Arbeit.
Der nächste Schritt dürfte die Konstruktion der Kiste sein. Diese soll nicht nach Bauplan erfolgen, sondern genau der bei der Presto verwendeten Kiste entsprechen.
Insgesamt investierte Zeit ca. 15 - 20 Stunden.

Once again I have to mention that counting days with this project doesn't make any sense anymore. More and more time is consumed by working on the remaining details or by waiting for the paint to dry. Painting the boat means working for 15 minutes and then more than 1 day waiting to get started again.
Drilling holes, bending metal threads, fastening the sail, working on the RC-components and checking their functions takes a lot of time and some changes had to be made as well.
The keel started twisting and had to be replaced by a new one and the most frustrating decision I had to take, was to rebuild my rudder construction. Although carefully planned and perfectly working under theoretical conditions, my solution would not have been practical under real conditions. I simply went for a solution I had seen before in a forum in which Flavio Faloci had presented his latest constructions.
The next step will be the construction of the box, not like the one shown in the sketches, but one that is based on the previous one, the one for the Presto.
Time spent 15 - 20 hours.





Fertig / Done



Jungfernfahrt / Maiden Voyage

Am 12.03.2015 war es soweit. Die Jungfernfahrt fand am Spätnachmittag eines sonnigen Märztages statt, allerdings schwankte der Wind zwischen "lauem Lüftchen" und "böiger Brise".
Für die Brando gar kein Problem. Sie lässt sich hervorragend steuern, ist robust, nahm keinerlei Wasser; kurzum: einfach ein Spaßobjekt mit Erfolgsgarantie.



On 12th March 2015 Brando set out on her maiden voyage. It was a sunny spring day and the wind did not only change from light breeze to gusty winds but also the directions very quickly. Nevertheless she performed perfectly. Easy to manoeuvre, robust and without taking on any water. Simply pure joy.


Video


Footy Presto - RC Segelschiff

Nachdem ich beim Bau der Aeronaut Clipper eher enttäuscht worden bin, stieß ich auf der Suche nach eventuell pfiffigeren Modellen in einer ähnlichen Größe auf die Footy Bootsklasse. Viele Pläne sind erhältlich, aber leider sehen viele dieser Boote etwas nüchtern aus. Ich wollte aber ein schönes kleines Segelboot. Nicht unbedingt "scale" aber irgendwie mit einem Hauch Segelromantik. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich kaufte mir den Plan für die Presto - Flavio Faloci (2011): How to build the footy model Presto, The Wooden Boat Store, 978-1934982068.

Zum Buch

Das Buch habe ich für 16 Euro bei amazon bestellt und erst einmal zur Seite gelegt. Warum? Weil ich vermutlich ein wenig mehr Präzision erwartet hatte. Die Pläne sind wundervoll gezeichnet, fast so, als ob man sich diese - falls man maritim angehaucht ist - schön gerahmt ins Zimmer hängen könne. Ich hatte zudem Pläne erwartet, die bereits im Maßstab 1:1 enthalten sind. Aber hier bleibt erst einmal der Gang zum Kopierer. Erst eine E-Mail an den Konstrukteur brachte die Gewissheit, dass ich den Kopierer auf 160% einstellen musste und auch dann blieben gewisse Unsicherheiten. 
Manche der abgedruckten Bilder zeigen den Presto Erstversuch, also nicht das im Plan angegebene Boot. Es fehlt zum Beispiel auch ein schönes Profil für die Kielbombe, die Faloci aus einem Angelgewicht feilt und die ich bis dato bei keinem der örtlichen Angelläden so finden konnte. Die Pläne zeigen ein anderes Rigging als es die finale Version in den Bildern zeigt.
Zu Beginn des Baus wollte mir die oben geschilderte fehlende Präzision nicht einleuchten, aber mit jedem Schritt in Richtung Vollendung zeigte sich, dass im Prinzip die wichtigsten Dinge auch ohne DIN-Zeichnung klar sind. Die Größe bestimmt das Reglement, der Rumpf  wird durch die Stärke der Schichten und die Schablonen geregelt, die restlichen Dinge ergeben sich auch für Neueinsteiger mit jedem Bauabschnitt, vorausgesetzt man beschäftigt sich mit Sinn und Funktion der Einzelheiten. Allerdings ist die Presto damit alles andere als ein Einsteigermodell.

Zum Material

Die im Buch enthaltene Materialliste ist ein wenig unübersichtlich, aber wenn man sich mit Papier und Bleistift bewaffnet hat und ein gutes Wörterbuch Englisch - Deutsch bereitliegt, kann es losgehen. Viele Dinge hatte ich noch, manche musste ich erst einmal im Internet suchen und hier fand ich ein Onlinegeschäft, welches mich in Preis, Lieferung und Verpackung echt überrascht hat. Darum gebe ich auch hier diesen Link an: Echt ein Besuch wert!!!

Zum Bau

1. Woche
Als erstes fertigte ich den Kiel aus Pappelsperrholz. Dann besorgte ich mir Karton, um die zuvor im Kopierer vergrößerten Pläne aufzukleben und auszuschneiden. Erst dann übertrug ich die Risse auf das 6mm Balsaholz und begann die einzelnen Teile mit einem scharfen Teppichmesser und der Laubsäge auszusägen.
Diese wurden mit wasserfesten Holzleim aufeinandergeklebt und anschließend geschliffen.
Der Konstrukteur weist daraufhin, dass die Teile ca. 2 mm größer ausfallen sollen. Hier war ich ein wenig "knausrig". Dies sollte sich nach dem Grobschleifen als zusätzliche Arbeit herausstellen, denn fehlendes Holz musste aufgedickt werden und konnte erst dann entsprechend geformt werden. Optisch nicht zu erkennen, rein arbeitszeittechnisch aber mindestens eine Stunde zusätzlich.
  • Beim nächsten Mal einfach das Ganze 2mm größer ausschneiden. Spart Zeit und Ärger.

Das Deck aufzubringen war eigentlich kein Problem, allerdings hätte ich hier nicht an Nadeln zur Fixierung knausern sollen, Nach dem Öffnen der Plicht und der RC-Öffnung stellte ich fest, dass nicht alle Bereiche vollständig verklebt waren. Hier musste ich Klebstoff einträufeln und geduldig mit den Fingerchen die Teile zusammenpressen.
  • Beim nächsten Mal werde ich nicht mit Klebstoff sparen, darauf achten, dass die Rumpfoberfläche glatt und eben ist und genug Klebstoff aufgetragen wurde. Die Anzahl der Nadeln wird signifikant größer ausfallen. 
Die kleine 2mm x 2mm Leiste auf dem Deck kann leicht vorgebogen werden, dies vereinfacht das Aufkleben. Wenn jetzt noch ausreichend kleine Nadeln zum Einsatz kommen, dann ist das eine einfache Arbeit.
  • Beim nächsten Mal wird der Rumpf, das Deck und die kleine Leiste gemeinsam abgeschliffen, so entstehen keine Unebenheiten an den Seiten. Aber nur eine Kleinigkeit...

2. Woche
Am Rumpf werden jetzt die Löcher gebohrt. Hier ist Präzision und die Wahl der richtigen Bohrer gefordert. Die Kombination von Balsaholz und Sperrholz lässt den Bohrer nur schwer unter Kontrolle halten. Insbesondere beim Ruder besteht die Gefahr, dass sich der Bohrer nicht genau durch das Sperrholz bohrt, sondern in das umliegende Balsaholz "entschwindet".
  • Beim nächsten Mal: Werde ich nicht nur die Bohrung für das Ruder vorher anfertigen, indem ich einen Kanal aus aufgeklebten Sperrholzbrettchen auf beiden Seiten schaffen werde, sondern auch die Öffnung für den Kiel so gestalten, das bietet Stabilität. Im Falle des Ruders kann man sogar an ein Kunststoffröhrchen denken, welches das Problem des eintretenden Wassers lösen könnte.

Nachdem die Suche nach geeignetem Baumaterial etwas schleppend verlief, dies ist der stetig schrumpfenden Zahl an Fachgeschäften und deren ebenfalls schrumpfenden Angebotsvielfalt geschuldet, widmete ich mich den Masten. Hier bereiteten nur die Sperrholzteile Probleme, da diese beim Aussägen und Feilen gerne splitterten.


Das Kielschwert wurde aus etwas festerem Sperrholz gebaut und hatte dabei etwas mehr Gewicht, als dies in der Bauanleitung angegeben war. Hier konnte ich durch Schmiergeln... viel Schmiergeln das Gewicht reduzieren. Ein weiterer Grund für das etwas höhere Gewicht ist auch meiner Entscheidung zu verdanken, dass das Schwert nicht an der Bleibombe aufhört, sondern diesen Bereich einschließt. Somit kann ich meine eigene selbstgebaute Bleibombe seitlich aufkleben.
  • Beim nächsten Mal werde ich auf die Erfahrungen nach den ersten Fahrten zurückgreifen können und das Bleigewicht und die Kielform entsprechend anpassen.
Die Bleibombe bereitete mir auch etliche Kopfschmerzen. Zum einen kannte ich die Form nicht, auch wenn ich das Gewicht grob kannte, zum anderen wollte ich diese zweiteilig haben, um sie - nach den schlechten Erfahrungen mit den schlechten Befestigungsmöglichkeiten bei der Clipper - an den Kiel anzukleben. Ich fertigte mir einen Holzrohling (eine Halbschale), überzog diesen mit Alufolie, legte ihn auf eine Glasplatte und übergoss das Ganze mit Gips. Eigentlich wollte ich noch eine flache Gipsform anfertigen, mit der ich die andere Gipsform abdecken wollte, jedoch kam es beim Gießen nicht dazu, da mein Holzmodell, zwar basierend auf dem Plan, zu groß ausfiel und ich viel zu viel Blei eingebracht hätte. Ich legte also nur die Halbschalen-Gipsform waagrecht hin und füllte diese mit 150g Blei. Dadurch sind beide Gussteile fast gleich groß und können beidseitig auf das Holz geklebt werden. Nur noch ein wenig schleifen und spachteln und schon müsste es passen.
  • Beim nächsten Mal kenne ich jetzt die Größe der Bombe und kann sie mithilfe einer geeigneten Gießform an einem Stück bauen.
Nebenbei traf die Sendung mit den benötigten RC-Komponenten ein. Somit konnte auch die RC-Trägerplatte gebaut werden. Diese wurde nach den Plänen gebaut und an die Gegebenheiten im Boot angepasst. Vermutlich müssen noch ein paar Änderungen durchgeführt werden, wenn das gesamte Boot fertig ist, aber dies wird sich zeigen.

Während des Baus stellen sich immer wieder neue Fragen. So auch die Montage der vielen Ösen, die für das sogenannte "rigging" benötigt werden. Da der Rumpf aus Balsaholz besteht wollte ich die Messingösen nicht einfach - wie im Bauplan beschrieben - in vorgebohrte Löcher mit Sekundenkleber einkleben, sondern führte Zug-, Reiß- und Rütteltests durch. Es zeigte sich, dass die einfach in das Balsaholz eingeklebte Öse zwar nicht herausgerissen werden konnte, aber sehr stark begann zu wackeln. Die zuvor in einen 5mm Kieferholzdübel eingesetzten Ösen, die mit Holzleim in das Balsaholz eingeklebt wurden, widerstanden allen durchgeführten Tests. Ob die simulierten Zug-, Rüttel- und Reißtests auch der Realität entsprechen, wird sich zeigen.


3. Woche
Jetzt ist die Zeit der vielen Details und vieler Grübeleien. Wohin setze ich die Befestigungsösen für die Takelage, denn wie bereits oben erwähnt, sind in den Plänen nicht alle Ösen gezeigt, die auf den Fotos der finalen Presto-Version aber auftauchen? Wo genau muss ich die Öffnungen auf dem Kabinendach setzen? Daher sind die Bilder nicht repräsentativ für die Zeit, die aufgebracht wurde.
Alleine der Bau des gebogenen Baums kostete mich einen Abend, auch wenn es Spaß machte.


4. Woche
Jetzt kommen die vielen Kleinigkeiten und wichtigen Schritte. Wohin die vielen Ösen und Befestigungen? Wohin mit der Kielbombe? Und da liegt auch wieder eines der Kernprobleme. Der Plan gibt die Größe der Bombe nicht genau an, auch nicht die Position auf dem Holzschwert. Sie wurde jetzt einfach einmal verklebt. Es wird aber zusätzlich noch ein zweites Schwert mit einer verstellbaren Bombe montiert. Sicher ist sicher und für die Jungfernfahrt habe ich lieber gleich einen Ersatz dabei, als wieder frustriert mein Schiffchen nach ein paar Minuten aus dem Wasser zu heben und am Basteltisch zu verschwinden.


Die Segel... ja die Segel halt... keine Ahnung, woraus man Segel herstellt und was man dazu braucht!? Von der Bella kannte ich zwar das Material, aber wie diese Art von Stoff heißt, was das kostet und wie man die Verstärkungen anfertigt? Keine Ahnung! Icarex heißt der Stoff und ich habe ihn online bestellt, da meine Suche nach geeigneten Händlern in meiner Heimatregion nicht erfolgreich war. Verstärkt wird das Ganze mit... Icarex, welches mit doppelseitigem Klebeband aufgebracht wird. Moment! In der Anleitung verwendet der Konstrukteur an manchen Stellen nicht die runden "Flicken", sondern lange , dünne Streifen. Wie fertigt man aber nun diese Streifen an. Ich kannte nur das dicke (50mm) Klebeband eines bekannten Herstellers. Ein Besuch in dem recht regelmäßig frequentierten 1-Euro-Shop brachte die Lösung. Doppelseitiges Klebeband in einer Stärke von 6mm. Das Ganze zum Preis von 1 Euro. Schnell gekauft, sofort getestet und selbst dieses Schäppchen erfüllt seinen Zweck. Schneiden kann man den Icarex-Stoff sehr gut mit dem Teppichmesser oder einer Schere. Alles recht problemlos. Vor dieser Aufgabe werde ich nicht mehr zurückschrecken. Wenn.... Gott stehe mir bei.... die Presto schwimmt, werde ich versuchen, die Segel mit Profil anzufertigen, allerdings hat dies Zeit.


Als kleine Neuerung - ich vertraue diesem Klemmmechanismus des Kielschwertes nicht - habe ich mithilfe kleiner Messingrohre und Messingdraht den Kiel befestigt. Dieser sichert das Schwert und ermöglich auch verschiedene Positionen. Vermutlich werde ich auch ein neues Kielschwert gestalten, um eine ebenfalls neue Kielbombe, die sich auch verstellen lässt, gleich mitzumontieren.

5. Woche
Noch mehr Details: Löcher in den Segelstoff brennen, Haken biegen, Schnüre ablängen und verknoten. Zwischenzeitlich noch einmal den Rumpf streichen und vorsichtshalber das noch nicht ganz fertige Boot ins Wasser setzen, um zu testen, ob es denn überhaupt schwimmt und immer wieder die Frage: Stimmt das Gewicht und die Trimmung? Diese schienen zu stimmen, allerdings war der erste Schwimmversuch noch keine echte Jungfernfahrt.
All diese Kleinigkeiten kosten aber erstaunlich viel Zeit und die Abende vergehen, ohne, dass man große Baufortschritte betrachten kann, wie zu Beginn des Baus.
Der nächste große Schritt wird der Ständer und ein geeignetes Transportbehältnis sein, denn dafür wurde dieses Schiff eigentlich gebaut: Einpacken, auf Reise gehen, See finden, auspacken, segeln und wieder verstauen. Ohne, dass man viel Platz braucht. Auch ein geeigneter Ständer, der stabil, standfest und optisch schön ist, gehört in das Repertoire.

Jungfernfahrt




Video einer Herbstausfahrt



Materialquellen
Aufgrund der gemachten Erfahrungen sollen hier einige der Händler genannt werden, die die benötigten Materialien im Angebot hatten (Stand Oktober 2014) und bei denen die gemachten Erfahrungen eine namentliche Erwähnung rechtfertigen:

Kosten
Bevor man ein Projekt beginnt, sollte man ungefähr wissen, was beim Bau an Kosten anfällt. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die meisten Modellbauer eine Fülle an Materialien und Werkzeuge meistens schon besitzen und nur noch die für den Bau notwendigen "Rohstoffe" kaufen müssen. Beim Bau meiner Presto konnte ich teilweise auf Materialien zurückgreifen, die ich seit mehr als 30 Jahren besitze und in einer Materialkiste aufbewahrt habe. Dies waren zum Beispiel Buchenrundhölzer und Sperrhölzer in unterschiedlicher Stärke, Kabel, Buchsen und Stecker, die Fernsteuerung und Klebstoffe.
Gekauft werden mussten:
  • Balsaholzbretter, Kieferstäbe - 26,14€
  • Segelstoff Schikarex - 11,50€
  • Servos Hi-Tech HS 225MG und HS 55 - 40,70€
  • Ständer - 5,80€
  • Lack und Verdünner - 10€
  • Schnur - 2€
  • Federringe - 0,30€
  • Messingrohre - 5,00€
Insgesamt entstanden Kosten von rund 100€, wobei sowohl die Lacke für weitere Boote reichen, als auch die Servos in anderen Projekten eingesetzt werden können. Auch der Segelstoff reicht für mindestens 3 weitere Projekte ähnlicher Größe. Somit handelt es sich um einen kostengünstigen, kleinen Spaßbringer. 


Die Transportkiste


Jetzt zeigt sich die eigentliche Stärke der Presto: Die Größe! Das ganze Schiff passt inklusive Ständer in eine Box mit einer Größe von 33cm x 22cm x 17cm. Alles ist befestigt und verstaut, damit kann man das Boot locker ins Reisegepäck packen und loslegen... Presto rules the waves!



Noch etwas...

...ein weiteres Segel! Ist sie nicht schön?